Das Titelbild dieser Webseite zeigt „Palenque“, den Ort am Rio Teribe wo vor etwa 500 Jahren die Könige der Nasos gelebt haben. Von Vegetation verdeckt existieren dort noch Schutzwalle aus Steinen, die schräg nach oben führen. So konnten die Häuser und der König gut gegen Angreifer verteidigt werden. Der Blick auf die Nebelwälder zeigt das Zuhause des Naso Gottes Tjer di. Nachdem dieser Ort in Unterhaltungen mit mir immer vermieden wurde, war es Adolfo der mich in einem Telefonat einlud mit ihm eine Expedition dorthin zu unternehmen. Nach mehreren Tagen den Rio Teribe hinauf entdeckten wir dort neben Tapirspuren auch illegale Grabplünderungen und Ausgrabungen. Seltsamerweise war meine Kameralinse nach diesem Bild beschlagen und nach einer Nacht wurden wir von diesem Ort durch ein starkes Unwetter und einen schnell anwachsenden Fluss vertrieben Zu dieser Reise habe ich einen Reisebericht geschrieben. Das Bild ist mein absolutes Lieblingsbild und bringt mit sich eine persönliche Verantwortung und Hingabe diesen Ort und dieses Volk zu schützen.

Projektkarte – „study areas“

Projektkarte - 11 "study areas"
Projektkarte – 11 „study areas“

Das Bild zeigt die 11 verschiedenen „study areas“ in denen die Kamerafallen jeweils für 1 Monat aufgestellt werden. Unten links zu sehen die Naso Hauptstadt „Sieykin“ – Ausgangspunkt unserer Expeditionen den Rio Teribe entlang. Die Karte wurde von Adolfo Raul Villagra, Projektleiter von Odesen, unserer Partnerorganisation in einer unserer nächtlichen Projektbesprechungen aufgezeichnet. Zur Zeit werden bei jeder Expedition GPS Daten aufgezeichnet, die dann in Zukunft auch eine genaue Karte unseres Projektes zeichnen.

Das Volk der Naso – aktuelle Situation

… aktuelle Situation

Bis vor wenigen Jahren war die Heimat der Nasos ein unberührtes Ökosystem. Ihr Siedlungsgebiet konnte nur per Boot erreicht werden. Heute wird der „Bonyic“, ein Zufluss des Rio Teribe gestaut und von der kolumbianischen Firma EPM zur Elekrizitätsgewinnung in einen Staudamm verwandelt. Das Unternehmen und die Behörden konnten mit Zusagen zur Verbesserung der Infrastruktur und Investitionen in das Bildungssystem den König und Teile der Naso Bevölkerung gewinnen. Bei einem meiner Besuche hatte ich Einblick in den „Koalitionsvertrag“ und musste feststellen dass die Versprechen der bestenfalls nur in Ansätzen umgesetzt wurden. Ein anderer, großer Teil der Bevölkerung ist weiterhin gegen dieses Projekt, gegen eine Zerstörung ihrer Lebensgrundlage, Kultur und Naturverbundenheit. Der Widerstand wächst seitdem weitere Pläne für mehr Staudammprojekte im Herzen des Siedlungsgebietes der Naso, etwa am Zufluss Shey bekannt geworden sind. In Einem sind sich alle Nasos einig. Sie möchten, wie alle anderen indigene Völker Panamas eine Comarca, eine semi-autonomes Selbstverwaltungsgebiet, welches ihnen Unabhängigkeit, Selbstbestimmung und ein klares Mitspracherecht bei der Vergabe weiterer Konzessionen gibt. Sie fühlen sich als Opfer neoliberaler Wirtschaftspolitik und moderner „Kolonialmächte“. Eine traurige Situation, denn sie haben Jahrhunderte lang ihren Fluss und die angrenzenden Wälder erfolgreich gegen Kolumbus und viele Andere verteidigt. Die Nasos befinden sich in einer prekären Situation und so unsere globale Gesellschaft und Lebensform ebenfalls.

«Jaguar» in Naso dem Volk am Rio Teribe, Bocas del Toro, Panama.